Vor Ort gegen die Alleinherrschaft der AfD? Das Beispiel der evangelischen Kirche Anhalt mit der Kampagne „Stolz auf!“ – Status quo einer Kampagne für Mitmenschlichkeit und Weltoffenheit als Antwort auf die politische Polarisierung in Sachsen-Anhalt.
Sachsen-Anhalt steht vor einer wegweisenden Landtagswahl, die von der Sorge vor einer zunehmenden Polarisierung und der Dominanz extremer Ränder geprägt ist. In diesem spannungsgeladenen Umfeld sollte die Kampagne „Stolz auf …“ – eine Initiative der Evangelischen Kirche Anhalt in Kooperation mit der Agentur „Frische Ideen“ – ein bewusstes Zeichen für Mitmenschlichkeit, Weltoffenheit und bürgerschaftliche Stärke setzen.
Doch die Realität zeigt: Gute Intentionen stoßen in der Praxis auf massive Hürden. Die geplante Kampagne wird so leider nicht zustande kommen. Als gebürtige Magdeburgerin nimmt die Referentin diesen aktuellen Status quo zum Anlass für eine ehrliche Analyse und Diskussion. Warum ist es so schwer, positive Narrative in einem politisch aufgeheizten Klima zu etablieren? Und was sagt das Scheitern eines solchen Projekts über den Zustand der demokratischen Zivilgesellschaft aus?
Zwei Monate vor dem Wahlgang wirft der Vortrag einen scharfen Blick auf die aktuelle Lage im Land und gibt Denkanstöße zu folgenden Kernfragen:
Kurzvita: Magdeburger Kind, Berliner Strategin, Kommunikatorin aus Leidenschaft.
Anne Jacobs (Jahrgang 1977) vereint die Bodenständigkeit ihrer Geburtsstadt Magdeburg mit über 25 Jahren Erfahrung auf dem harten Berliner Parkett der strategischen Kommunikation. Ihr Weg führte sie von Leipzig über New York, Peking und Graz bis ins politische Herz Deutschlands. Seit 1999 navigiert sie an der Schnittstelle von Wirtschaft, Politik und Medien mit Stationen wie Bundestag, dpa, Gewerkschaft.
Ihre Expertise in der Steuerung komplexer Stakeholder-Prozesse und Krisenszenarien führte sie zuletzt in die oberste Führungsebene der Mobilitätsbranche: Als Leiterin der Konzernkommunikation Güterverkehr der Deutschen Bahn AG und Pressesprecherin von Dr. Sigrid Nikutta prägte sie die öffentliche Wahrnehmung eines der zentralen Transformationsprojekte der deutschen Wirtschaft.
Ihre Erfahrung bringt sie nicht nur in Aufsichts- und Beiratsmandate ein, sondern engagiert sich auch ehrenamtlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie war Vizevorsitzende des DJV Berlin und Mitglied des DJV-Bundesvorstands. Als Mitstreiterin der Kampagne „Stolz auf …“ schließt sich für sie ein Kreis: Mit strategischem Weitblick und einer klaren Sprache setzt sie sich dafür ein, dass ihre Heimat Sachsen-Anhalt verstanden statt verurteilt wird.
Die wiederholten Präsidentschaftswahlen in Rumänien im Jahr 2025 markierten einen bedeutenden Wendepunkt in der politischen Entwicklung des Landes. In einem Umfeld zunehmender politischer Polarisierung, wirtschaftlicher Unsicherheit sowie wachsender geopolitischer Spannungen in der Schwarzmeerregion, wurden die Wahlen sowohl national als auch europaweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Das Wahlergebnis wurde innerhalb der Europäischen Union weithin als Zeichen der Stabilisierung und Erleichterung wahrgenommen.
Der jüngste Zusammenbruch der heterogenen, proeuropäischen Koalition verdeutlicht jedoch, dass die politische Ausrichtung des Landes weiterhin offen ist und eine nachhaltige Stabilität keineswegs als gesichert gelten kann. Die gegenwärtige Situation wirft daher zentrale Fragen hinsichtlich der Zukunft des Reformprozesses, staatlicher Governance-Strukturen sowie der Rolle Rumäniens innerhalb der Europäischen Union und der NATO auf.
Lorin Stan ist Berater bei Berlin Global Advisors, wo er für Regierungsangelegenheiten und Wirtschaftsdiplomatie verantwortlich ist. Bevor er zu Berlin Global Advisors kam, arbeitete er viereinhalb Jahre lang als Berater für verschiedene Abgeordnete der Freien Demokratischen Partei (FDP) im Deutschen Bundestag, mit besonderem Schwerpunkt auf Mittel- und Osteuropa, dem Westbalkan sowie den Ländern der Östlichen Partnerschaft der EU. Er ist Mitglied des Kuratoriums des Deutsch-Rumänischen Forum in Berlin und für die Organisation von Veranstaltungen verantwortlich.
Er sammelte erste Berufserfahrungen durch Praktika in der Deutschen Botschaft in der Republik Moldau, bei der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Sofia, im Europäischen Parlament in Brüssel sowie im Deutschen Bundestag. Er besitzt einen Masterabschluss (MA) in European Interdisciplinary Studies vom College of Europe in Natolin sowie einen Bachelorabschluss in Public Governance across Borders von der Universität Münster und der Universität Twente in den Niederlanden.